Lexikon

Zahlbox
Zahlbox
Als Zahlbox bezeichnet man einen mechanischen Fahrscheinautomat in den Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs. Der Fahrgast warf das Fahrgeld in den Schlitz der Zahlbox und zog am seitlich abgebrachten Hebel, welcher den Fahrschein aus der Zahlbox schob. Dieser Fahrschein trug eine Markierung, die ihn nur für diese Fahrt entwertete.
Ab den 60iger Jahren des 20.Jh wurde in der DDR in vielen Verkehrsunternehmen aus Personalmangel, das Zahlboxsystem eingeführt. Ab Mitte der 70iger Jahre des 20. Jh, wurde die Zahlbox durch den Fahrscheinentwerter abgelöst.
Zahlkastensystem
Zahlmarken
Bereits bei der Pferdebahn angewendete und von den Straßenbahnen in Deutschland insbesondere bis etwa 1910 aus Gründen der Wirtschaftlichkeit übernommene Form der Fahrgastselbstbedienung. Von den Fahrgästen vor Fahrtantritt gekaufte Fahrmarken wurden in auf den Plattformen der Fahrzeuge angebrachte Zahlkästen eingeworfen. Das Zahlkastensystem ist der historische Vorläufer des OS-Systems.
Zahnradgetriebe
Mechanisches Getriebe, bei dem als Kraftübertragungselemente Zahnräder angewendet werden. Einfachste Form bei Straßenbahnwagen Tatzmotorantrieb.
Zangenbremse
Zangenbremse
1) Mechanische Bremse, bestand aus zwei gekreuzten Winkelhebeln, die bei Betätigung einer Bremskurbel die Schienenköpfe umklammern. Erstmals um 1895 bei der Pöstlingbergbahn (Linz, österreich) angewendet (Bauform UEG).
2) Bauform der Scheibenbremse, meist als Einscheibenbremse ausgeführt. Bremsbacken greifen an Flächen der Bremsscheibe mittels zweier zangenförmiger angeordneter Winkelhebel an.
Zeitkartenwagen
Form der teilweisen Fahrgastselbstbedienung. Zeitkartenwagen sind nur den Inhabern von Monats- oder Wochenkarten bzw. Sammelkartenbenutzern vorbehalten. Ersteinführung: Dresden 1956. Ursprünglich nur als Triebwagen. Weiterentwicklung: ZZ-System.
Zentralfahrschalter
Bauform des Unterflurfahrschalters, in Wagenmitte unter dem Fussboden angeordnet. Vorteil: bei Zweirichtungswagen ist nur ein Fahrschalter notwendig. Bedienelemente sind in beiden Fahrerkabinen angeordnet. Erste Anwendung unter anderem im Hechtwagen.
Zug- und Stossvorrichtung
Einrichtung an Fahrzeugen zur übertragung von Zug- und Aufnahme von Stosskräften. Bei Straßenbahnwagen grundsätzlich in Form der mechanischen Kupplung vereinigt. An den Stirnseiten des Wagenkastens kann, insbesondere bei nichtabgefedertem oder nur einfach abgefedertem Kupplungsschaft, ein zusätzlicher Stosspuffer (Kletterschutz) angeordnet sein.
Zusatzbremse
Bei Straßenbahnwagen zusätzlich zur Betriesbremse vorhandens Bremssystem, in der Regel als haftreibwertunabhängigee Magnetschienenbremse ausgeführt. Für Neubaufahrzeuge sind fahr- und bremsstromunabhängige Zusatzbremsen vorgeschrieben.
Zwangsbelüftung
Durch zusätzliches Aggregat (Warmluftgebläse) erreichte Belüftung der Fahrerkabine.
Zweirichtungsfahrzeug, unecht
T5C5
Straßenbahnwagen mit an beiden Wagenkastenlängsseiten angeordneten Einstiegstüren, aber nur einer Fahrerkabine. Zweirichtungsfahrzeuge werden meist als Zug, Heck an Heck gekuppelt, in Doppeltraktion gefahren. Der Triebwagenführer wechselt bei Richtungsänderung an den Endstellen in die Fahrerkabine des jeweilig anderen Triebwagen über. Vereinzelte Anwendung in Deutschland seit ca. 1920. Von CKD Tatra werden seit 1978 diese in Serie (Typ T5C5 für Budapest) gefertigt.
Zweirichtungswagen
Für zwei Hauptfahrtrichtungen eingerichteter Straßenbahnwagen. Diese Bauart war von der ersten elektrischen Straßenbahn bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland die vorherschende Bauart. Konstruktive Merkmale: Einstiegstüren an beiden Längsseiten des Wagenkastens. Die jeweils nicht benutzten Einstiegseite wird verschlossen bzw. verriegelt. Bei Triebwagen sind zwei Fahrerstände bzw. Fahrerkabinen mit Bedien- und Kontrollelementen vorhanden. Bei Anwendung von Plattformfahrschaltern je Plattform ein Fahrschalter.
ZZ-System
Fahrgastsystem bei dem Triebwagen und erster Beiwagen in Dreiwagenzügen Zeitkarten- und Sammelkartenbenutzern vorbehalten sind. Kassierung durch Schaffner nur im zweiten Beiwagen. Weiterentwicklung des Z-Systems.