Lexikon

Wagenanschrift

Für längere Zeit gültige Informationen, wie Angaben des Eigentümers, Wagennummer, Angaben über durchgeführte Instandhaltungsstufen, die Beförderungskapazität (Sitz- und Stehplatzangaben), die ausserhalb und/oder innerhalb des Straßenbahnwagens angeschrieben sind. Weiterhin Informationen für die Fahrgäste mit Hinweisen zu ihrem Verhalten (z.B. Türöffner, Notausstieg) aber auch Angaben für das Bergungspersonal bei Havarien (z.B. Bezeichnung der Hebepunkte des Wagens). Werbung an den Straßenbahnwagen.

Wagenheizung
Vorrichtung zur Beheizung des Fahrgastraums, ursprünglich durch Kohleöfen, ab etwa 1895 durch Ohmsche Verbraucher. Ausführung als Frischstromheizung oder Bremsstromheizung.
Wagenkasten
Auf das Fahrgestell oder auf die Drehgestelle aufgesetzte Konstruktion. In den Anfangsjahren in mittragender, seit Einführung der Leitbauweise vorwiegend in selbsttragender Bauweise ausgeführt. Kastengerippe ursprünglich in Holzbauweise, jedoch etwa 1909/10 bei ersten Ganzstahlwagen aus Stahlprofilen aufgebaut. Daneben noch bis Ende 193x Wagenkasten in Gemischtbauweise. Aussenbeblechung angenietet oder angeschraubt, an 1940 auch geschweisst. Innenverkleidung des Wagenkasten bis Anfang 1950 aus Holz, danach zunehmend Einsatz von Schichtpressstoffen (Sprelacart u.ä.). Wagendächer bis Mitte der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts aus Holz (mit Segeltuch bespannt und mit Bitumen abgedichtet), bei Ganzstahlwagen jedoch aus Stahlblechen vernietet oder verschweisst. Der Wagenkasten gliedert sich in Fahrgastraum, Plattform, Wagendach und Bodenrahmen und ist gegenüber dem Fahrgestell abgefedert. Bei fahrgestellosen Wagen sind am Wagenkasten Achshalter, Fahrmotore, Bremseinrichtungen u.a. direkt befestigt.
Walzenfahrschalter
Fahrschalter
Senkrecht als Plattformfahrschalter) oder waagerecht (als Unterflurfahrschalter) in Triebwagen angeordneter Fahrschalter, bei dem die Schaltkontakte über ein Walzensystem betätigt werden. Hauptbauteile des Walzenfahrschalters: Hauptwalze (Fahr- und Bremswalze), Hilfswalze (Trenn- und Richtungswalze), Funkenlöschung (Blasmagnete), Fahrschaltergehäuse, Bodenplatte und Deckplatte. Abweichend davon wurden jedoch auch Fahrschalter mit getrennten Fahr- und Bremswalzen gefertigt. Die Hauptwalze wird durch Fahrkurbel oder Schaltrad (bei direkter Betätigung) oder mit Hilfe von Tastern (bei indirekter Betätigung - Druckknopfsteuerung) in Tätigkeit gesetzt. Die Hilfswalze wird in der Regel durch Handhebel betätigt. Zwei Grundbauformen des Walzenfahrschalters: Schleifringfahrschalter und Nockenfahrschalter. Erste Walzenfahrschalter 1887 eingeführt als Schleifringfahrschalter.
Warmluftgebläse
Erstmals bei PCC-Wagen angewendete Einrichtung zur Beheizung der Fahrerkabine mittels Frischtromheizung. Von aussen angesaugte Frischluft wird durch elektrische Heizkörper erwärmt. Bei ausgeschaltetem Heizkörper ist das Gebläse als Belüftung für die Fahrerkabine nutzbar.
Warnglocke
Akustisches Signalmittel an Triebwagen zur Warnung der übrigen Straßenverkehrsteilnehmer. Ab 1881 (Berlin - Groß-Lichterfelder-Straßenbahn) zunächst als Riedelsche Warnglocke angebracht (auf Handbremskurbel angebracht). Aber etwa 1905 Anwendung von fussbetätigter (mittels Tretstift), unter der Plattform angeordneter Warnglocke. Bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts meistverwendete Bauform. Elektromechanische Betätigung erstmals beim Hechtwagen. Betätigung bei EinheitsStraßenbahnwagen bis Baujahr 1956 manuell mittels Tretstift, ab 1957 alle Fahrzeuge mit elektrisch betätigter Warnglocke ausgerüstet.
Weichensteuerung
1. Stromsteuerung: Anwendung zweier in konstruktion und Schaltungsaufbau unterschiedlicher Bauformen. Ältere Bauform - Einspulensystem mit Schwinge (bei richtiger Zungenstellung stromloses Überfahren des Fahrleitungskontaktes; bei falscher Zungenstellung Überfahren mit Strom und dadurch Umstellen der Weiche). Neuere Bauform - Zweispulensystem mit zwei aufeinander folgenden Fahrleitungskontakten (bei Geradeaus- oder Rechtsabzweigfahrt wird mit Strom, bei Linksabzweigfahrt ohne Strom gefahren). Beide Systeme sind fahrstromabhängig und müssen entsprechend BO Strab 1976 mit Weichenverriegelungen versehen werden.
2. induktive Weichensteuerung : Impulsgeber vorn unter dem Triebwagen angeordnet und an Kleinspannung angeschlossen. Steuerimpulse bewirken über äußeren Selektivverstärker die Umstellung der Weiche.
3. Sonderformen, wie magnetische Weichensteuerung oder opto-elktronische Weichensteuerung, sind bisher nur versuchsweise angewendet worden und haben sich im Alltag nicht bewehrt.
Wendepole
Zwischen den Hauptpolen des Fahrmotors angeordnete Hilfspole zur Unterdrückung des Bürstenfeuers. Ab 1906 bei Straßenbahnmotoren angewendet.
Wendeschleife
Wendeschleifen sind Endstellen, an denen die Züg für die Rückfahrt gewendet werden. Anfangs wurden Kuppelendstellen benutzt, an denen der Triebwagen an das andere Ende des Zuges gekuppelt wurde. Hierfür waren Zweirichtungsfahrzeuge erforderlich. Mit der Einführung von Gleisdreiecken, wurde der Einsatz von Einrichtungsfahrzeugen möglich. Nach 1945 wurde infolge des zweigleisigen Ausbaus der Bau von Wendeschleifen bevorzugt.
Wirtschaftsfahrzeug
Veraltete Bezeichnung für Sonderfahrzeuge.