Lexikon

Halbscherenstromabnehmer
Halbscherenstromabnehmer
Eine Stromabnhemerbauform für die Abnahme von Fahrstrom aus der Fahrleitung.
Haltegriffe
Bauelemente am oder im Wagen, die das Einsteigen erleichtern und stehenden Fahrgästen zum Festhalten während der Fahrt dienen. Haltegriffe an den Einstiegen seit etwa 1900 aussen angebrachte senkrechte Griffstangen. Diese wurden ab 1952 entfernt bzw. an die Innenseite der Türöffnungen (Haarnadeln auf den Plattformen oder Griffstangen an den Türen) verlegt, um ein Mitfahren auf den Trittbrett bei geschlossenen Türen zu verhindern. Haltegriffe im Fahrgastraum bereits seit etwa 1900 unter der Wagendecke an waagerechten Holmen angebrachte Schlingen aus Leder, Sperrholz, später auch aus Plastmaterial. Im Fahrgastraum angeordnete waagerechte und/oder senkrechte Haltestangen aus Holz, Stahlrohr oder Leichtmetall sowie Haltegriffe an den Fahrgastsitzen. Ab Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts bevorzugt eingesetzt.
Handbremse
In der Gegenwart ausschliesslich als Feststellbremse dienend, in den Anfangsjahren der elektrischen Straßenbahn auch als Betriebsbremse angewendete Bremsbauart. Ausführung als Kurbelhandbremse (Ketten- oder Schraubenspindelbremse) mit auf Bremsklötzen, später auch auf Bremsscheiben wirkende Bremsgestänge. Die Kurbelhandbremse wurde bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts bei Triebwagen als Feststellbremse angewendet, jedoch in Verbindung mit Ratsche und Sperrklinke, teilweise auch bei Triebwagen mit Handrad. Bei Beiwagen ist ab Ende der zwanziger Jahre des 20 .Jahrhunderts vorwiegend die Betätigung durch Handrad üblich.
Hauptstrommotor
Veraltete Bezeichnung für Reihenschlussmotor.
Hechtwagen
Aus der Wagenkastenform (stark eingezogene und zugespitzte Plattform) abgeleitete Bezeichnung für Straßenbahnwagenbauform.
Zwei Bauarten: Großer Hecht (Dresden, Triebwagen Nr. 1701, Baujahr 1929) als erster Grossraumwagen in Deutschland und Kleiner Hecht (Dresden, Triebwagen Nr. 1801, Baujahr 1934).
Beide Typen mit einer Reihe von Neuerungen: indirekte Druckknopfsteuerung, Fahrerkabine mit Fahrersitz, fast gerade angeordneter Fussboden, beleuchtetes, in Dachhaube angeordnetes Liniennummernschild, Großer Hecht als Drehgestellfahrzeug, Kleiner Hecht in der ursprünglichen Bauform als Einrichtungswagen. Kleiner Hecht als Zweiachser mit festem Achstand ausgeführt. Beide Typen stellten seinerzeit die fortschrittlichsten Konstruktionen im Straßenbahnwagenbau in Deutschland dar. Großer Hecht und Kleiner Hecht in Dresden und Kleiner Hecht in Magdeburg eingesetzt.
Heck-Traktion
Auch Heck-anHeck-Traktion, Spezialfall der Doppeltraktion, bei der zwei gemeinsam gesteuerte Einrichtungs-Triebwagen mit den Heckseiten zueinander gekuppelt sind. Die Heck-Traktion stellt eine Ersatzfunktion für Zweirichtungsfahrzeuge dar. Sie wurde in Leipzig für den Baustellenverkehr mit T4D-Fahrzeugen entwickelt. In Halle ab 1978 im Linienverkehr eingesetzt. Ab 1981 gibt es auch Heck-Traktionen mit KT4D-Kurzgelenkwagen in Erfurt.
Vorteil: Reduzierung des Schienenersatzverkehrs bei Bauzuständen.
Nachteil: Beförderung von Fahrgästen jeweils nur im führenden Triebwagen möglich.
Heizkörper
In Schutzgehäusen im Wageninneren angebrachte Ohmsche Verbraucher (Widerstandsdrähte). Anwendung etwa ab 1906 als elektrische Wagenheizung mit Frischstrom oder Nutzstrom gespeist. Anordnung meist unter den Fahrgastsitzen, beim KT4D-Kurzgelenkwagen und T6A2 jedoch an den Seitenwänden des Fahrgastraumes.
Heizscheibe
Mit Heizwendeln versehene, in Metallrahmen befestigte und durch Kleinspannungsanlage beheizbare Glasscheibe, die im Winter an der Frontscheibe des Fahrerstandes / der Fahrerkabine befestigt wird und diese vor Vereisung schützt. Bei einem leistungsfähigen Warmluftgebläse kann auf die Heizscheibe verzichtet werden.
Hilfskupplung
Kupplung zum verbinden von unterschiedlichen Kupplungssystemen. Wird meist zur Bergung von Zugeinheiten auf Strecke verwendet, um die Strecke von der nicht fahrbereiten Zugeinheit zu räumen. Aber auch zum Rangieren von Zugeinheiten im Betriebshof durch Rangierfahrzeuge.
Höchstgeschwindigkeit
Die von einem Fahrzeugtyp konstruktiv bedingte, maximal erreichbare Geschwindigkeit, konstruktive Höchstgeschwindigkeit, abhängig von Getriebeübersetzung.
Hörnernblitzableiter
Form des Überspannungsschutzes.
Hypoidachsgetriebe
Erstmals 1933 in den USA für PCC-Wagen angewendetes einstufiges Schneckengetriebe.
Kennzeichen : Verwendung von flächenverzahnten, auf der Treibachse angeordneten Tellerrädern (Hypoidräder). Vollgekapselter Gertiebekasten und dadurch geringer Verschleiss. Ab 1951 für TATRA-Straßenbahnwagen Typ T1 bis T3 angewendet. TATRA-Straßenbahnwagen in Deutschland sind jedoch mit zweistufigem Kegelrad-Stirnrad-Getriebe ausgeführt.