Lexikon

Dachaufstieg
Bei Triebwagen angebrachte Vorrichtung, die das Besteigen des Wagendaches zwecks Wartungsarbeiten an Dachwiderständen, Stromabnehmer und sonstigen Dachaufbauten erleichtern. Anwendung seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts, gleichzeitig mit der Verglasung der Plattformen eingeführt. Meist als neben der vorderen Einstiegstür angeordnete, von der Aussenwand abklappbare einzelne Tritte ausgeführt. Wird aber seit Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts aus sicherheitstechnischer Sicht nicht mehr angewand.
Dachschild
Seit der Einführung der Pferdebahn übliche Vorrichtung zur Angabe des Fahrtziels, des Streckenentwurfs und des Liniensignals. Auch als Werbung gebräuchliche Form.
Dachwiderstände
Anordnung von Fahr- und Bremswiderständen auf dem Dach. Durch eine besondere Aunodrnung der Widerstände, ist die Kühlung mit Fahrtwind gewährleistet.
Diagonalmotor
Schräg zur Fahrzeuglängsachse eingebauter Fahrmotor. Anwendung vor allem in Verbindung mit Kadarnantrieb.
Dickinson-Stromabnehmer
Bauform des Stangenstromabnehmers. Stange nicht starr, sondern mit zwei Gelenken ausgestattet. Erste Anwendung in Deutschland - Dresden Triebwagen 141 (Baujahr 1893).
Doppeltraktion
Traktionsweise, bei der zwei Triebwagen von einem Fahrerstand aus gesteuert werden. In Deutschland zuerst bei den Zwillingstriebwagen der BVG Berlin (1929) und der Leipziger Straßenbahn (1934) eingeführt.
Drehgestell
Mindestens zweiachsiges, durch materiellen (Drehzapfen und Drehpfanne) oder idellen Drehpunkt (Hebel- oder Keilflächenanlenkung) mit dem Wagenkasten verbunden, radial einstellbares Fahrgestell. Typisches Beispiel für ein Drehgestell mit ideellem Drehpunkt ist das Maximumdrehgestell. Bei der Straßenbahn in der Regel zweiachsig ausgeführt. Drehgestellachsstand etwa 1000 mm bis 2000 mm.
Grundbauteile: Drehgestellrahmen, Wiege, Drehpfanne, Drehgestellfederung. Nach der Rahmenkonstruktion unterscheidet man Innen- und Außenrahmendrehgestelle. Erste Innenrahmendrehgestelle 1891 (mit Siemens & Halske Kettenmotoren ausgerüstet). Erste Außenrahmendrehgestelle u. a. 1886 bei der Dampfstraßenbahn Bad Doberan und 1891 als Maximumrehgestell. Bei neuzeitlichen Straßenbahnwagen mit Drehgestellen wendet man in der Regel für Meterspur das Außenrahmendrehgestell, für Regelspur das Innenrahmendrehgestell an. Nach der Verwendung gleich oder unterschiedlich große Radsätze im Drehgestell, unterscheidet man gleichachsige Drehgestelle von Maximumdrehgestellen. Grundsätzlich unterscheidet man darüber hinaus nach Triebdrehgestellen und Laufdrehgestellen.
Drehgestellfahrzeug
T4D - Drehgestellfahrzeug
Mit Drehgestellen ausgerüsteter Triebwagen oder Beiwagen, daduch Vergrösserung der Wagenlänge möglich und größere Laufruhe bei geringerem Verschleiß von Rad und Schiene. Einteilung in normale Drehgestellfahrzeuge und Maximum-Triebwagen. Erste Anwendung für Straßenbahnwagen bereits 1886 (Beiwagen) und 1891 (Triebwagen). Hervorzuhebende Neukonstruktionen von Drehgestellfahrzeugen sind der Hechtwagen und Triebwagen 297 ... 299 (Baujahr 1942) in Chemnitz für 925 mm Spurweite.
Drehpfanne
Kreisförmiges, am Hauptquerträger des Drehgestells mittig angeordnetes Bauelement zur Aufnahme des Drehzapfens. Drehgestellsonderbauarten ( z.B. Jacobsdrehgestell) können auch mit zwei Drehpfannen ausgerüstet sein.
Drehzapfen
Kugel- oder zylindrischer Zapfen am Wagenkasten von Drehgestellfahrzeugen, der in die Drehgestells eingreift und auf diese Weise die Verbindung von Wagenkasten und Drehgestell herstellt.
Drehzapfenabstand
Drehzapfenabstand
Abstand der Drehzapfen bei Fahrzeugen mit Drehgestellen von einander.
Dreifachtraktion
Traktionsweise, bei der drei Triebwagen von einem Fahrerstand / Fahrerkabine aus mittels Vielfachsteuerung gesteuert werden. Bereits in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts insbesondere bei Vorortbahnen und Überlandbahnen gelegentlich angewendet.
Dreiwagenzug

Allgemeiner Ausdruck für die Zugbildung aus einem Triebwagen und zwei Beiwagen. In Deutschland erstmals 1895 angewendet.

Druckknopfsteuerung
Druckknopfsteuerung (Hechtwagen)
Steuerungsart, bei der die Haupt- und Hilfsbetriebe eines Triebwagens indirekt, über als Druckknöpfe (Taster) ausgebildete Schaltelemente, betätigt werden. Erste Anwendung der Druckknopfsteuerung 1929 beim Hechtwagen. Ab 1958 in vierachsigen Großraumwagen Bauart Gotha ebenfalls Druckknopfsteuerung angewendet (erstes Fahrzeug Berlin Triebwagen 8002).
Vorteile der Druckknopfsteuerung: geringer Platzbedarf für die Bedienelemente als bei direkten Steuerungsbauarten. Dadurch war eine großzügige Gestaltung der Fahrerkabine möglich, sowie eine Beschleunigung der Schaltvorgänge und Entlastung des Triebwagenführers von körperlicher Arbeit.
Nachteil: Höherer Wartungs- und Instandhaltungsaufwand gegenüber traditionellen Steuerungsbauarten.
Druckluftbremse
Bremsart, bei der zum Einleiten des Bremsvorganges Druckluft verwendet wird. Erzeugung der Druckluft durch Achs- oder Motorkompressor.
Grundbauteile aller Druckluftbremsen: Luftverdichter (Kompressor), Luftleitung, Luftbehälter, Bremszylinder mit Bremskolben, Führerbremsventil, Steuerventil. Nach dem Wirkungsprinzip zwei Grundbauformen: direkt wirkende Druckluftbremse, nichtselbsttätige Druckluftbremse, indirekt wirkende Druckluftbremse, selbsttätige Druckluftbremse. Mechanische übertragung der Bremskraft durch Bremsgestänge auf Bremsklötze oder Bremsscheiben. Erster deutscher Straßenbahntriebwagen mit Druckluftbremse: Leipzig Triebwagen 201 Baujahr 1896 ( nach dem System "Standard Air-Brake Co.").