Lexikon

Backenbremse
Bauart mechanischer Bremsen, bei denen die Bremswirkung, durch an rotierenden Flächen angreifende Bremsbacken erreicht wird.
Bahnräumer
Vor den Radsätzen von Triebwagen und Beiwagen angebrachte Einrichtung, die Hindernisse von den Rädern fernhalten sollen. Bahnräumer müssen die gesamte Wagenbreite wirksam abdecken. Sie sind meist als durchgehende, senkrechte aufgehängte Bretter ausgeführt und werden bei denjenigen Radsätzen angewendet, die in der Hauptfahrtrichtung vorn liegen.
Bandage
Bezeichnung eines Radreifen bei schienengebundenen Fahrzeugen.
Batterie
Bestandteil der Kleinspannungsanlage. Die Aufladung erfolgte ursprünglich aus der Fahrdrahtspannung über Widerstände. Heute erfolgt sie durch rotierende oder statische Umformer. Ab Anfang der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden vorwiegend Bleibatterien angewendet, jedoch ab 1938 versuchsweise Nickel-Cadmium-Batterien (NC-Akku's)
Begrenzungsleuchten
Teil der Außenbeleuchtung. An den Seiten- oder Stirnwänden der Triebwagen paarweise angeordnete Leuchten, die durch weißes Licht entgegenkommenden Fahrzeugen bei Dunkelheit die Fahrzeugbegrenzung anzeigen.
Beiwagen
Straßenbahnwagen ohne eigenen Antrieb und ohne Kontroll- und Überwachungseinrichtungen für die Zugsteuerung. Bei Straßenbahnen in Deutschland sind Beiwagen (BW) seit Einführung des maschinellen Antriebs im Einsatz. Anfangs auch Verwendung ehemaliger Pferdebahnwagen. Einteilung nach der betrieblichen Verwendung in Personenbeiwagen und Sonderbeiwagen; nach der Bauart des Fahrzeugteils in Beiwagen mit starrem Wagenkasten und Gelenkbeiwagen; nach der Achszahl in zwei-, drei- und vierachsige Beiwagen; nach der Hauptfahrtrichtung in Einrichtungswagen und Zweirichtungswagen. Beiwagenbetrieb Bei elektrischen Straßenbahnwagen in Deutschland bereits seit 1891 angewandte Art der Zusammenstellung. Zunächst als Zweiwagenzug (Tw+Bw), seit 1895 auch als Dreiwagenzug.
Beiwagen
Abkürzung für Beiwagen
Beleuchtung
Art und Weise der Verteilung von Licht. Unterscheidung bei Straßenbahnwagen in Außenbeleuchtung und Innenbeleuchtung.
Beschleuniger
Beschleuniger OA17
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Kombination von Fahrschalter und Widerständen. Besteht aus unter dem Wagenboden ringförmig angeordneten Widerstandswicklungen und Lamellenkontakten. Ein im inneren des Ringes angeordnetes Drehkreuz, welches durch einen Steuermotor angetrieben wird, greift mittels ein oder zwei Kontaktrollen die Lamellen ab. Je nach Wahl der Beschleunigungs- oder Verzögerungsstufe und damit Wahl des Anfahr- bzw. Bremstromes werden die Kontaktlamellen langsamer oder schneller durch die Kontaktrolle(n) abgegriffen. Nachteil: Höchstgeschwindigkeit des Wagens kann auf jeder gewählten Stufe erreicht werden. Erste Anwendung 1933 beim PCC-Wagen, ab 1951 bei Tatra-Straßenbahnwagen.

Beschleunigungsvermögen
Eigenschaft, innerhalb einer festgesetzten Zeit eine bestimmte Geschwindigkeit zu erreichen. Das Beschleunigungsvermögen bei Fahrzeugen ist abhängig von der Leistung der Fahrmotore, von der Kraftübertragungsanlage und von der Fahrzeugmasse. Aus diesem Grund wird bei modernen Straßenbahnwagen unter anderem zum Erreichen eines hohen Beschleunigungsvermögens der Leichtbau angewendet.
Betriebsbremse
Bei Straßenbahnwagen die im normalen Betrieb verwendet Bremse. Ursprünglich diente als Betriebsbremse die Handbremse, teilweise auch die Druckluftbremse. Bis zum Erscheinen der ersten 1938 wurde in verschiedenen Verkehrsunternehmen auch die Magnetschienenbremse als Betriebsbremse verwendet. Nach Festlegung der BO Strab ist als Betriebsbremse ausschliesslich die selbsterregte elektrodynamische Bremse der angetriebenen Achsen mit und ohne Vorerregung, sowie die von ihr gespeiste oder gesteuerte Reibungsbremse der nichtangetriebenen Achsen zugelassen.
Blasmagnet
Elektromagnet zur Funkenlöschung in Fahrschaltern. Erste Anwendung in Walzenfahrschaltern Bauart UEG ab 1893. Bleisicherung Erste Form der Absicherung des Fahrleitungsnetzes gegen Kurzschlüsse in Triebwagen. Die Bleisicherung nutzte den niedrigen Schmelzpunkt des Bleis aus. Sie wurde z.B. in der Mehrzahl der AEG-Triebwagen ab 1891 angewendet.
Blitzableiter
Blitzableiter
Bauteil für den Überspannungsschutz
BO-Strab
Bau und Betriebsordnung für Straßenbahnen (BO-Strab) Zusammenstellung grundlegender gesetzlicher Bestimmungen für den Bau, Inbetriebnahme und Instandhaltung von Straßenbahnfahrzeugen und -anlagen, sowie grundsätzlicher Festlegungen für den Betriebs- und Verkehrsdienst. Die erste BO-Strab wurde 1938 durch das damalige Reichsverkehrsministerium erstellt. Bis dahin galt für Straßenbahnen das preußische Kleinbahngesetz.
Bordnetz
1.) Elektrische Anlage in moderenen Straßenbahnwagen, die ausser der Kleinspannungsanlage auch ein 220V Wechselspannungsnetz haben.
2.) Kleinspannungsanlage 24V-.
Bremse
Vorrichtung, die zur Verzögerung fahrender Fahrzeuge und zur Sicherung stillgelegter Fahrzeuge gegen unbeabsichtigtes Abrollen dient. Einteilung in :Betriebsbremse, Feststellbremse und Zusatzbremse. Nach Festlegung der BO Strab sind Straßenbahnwagen ausserdem mit einer Sicherheitseinrichtung zur Abwendeung von Folgen unbeabsichtigter Zugtrennung auszurüsten. Neubau- und Rekonstruktionswagen müssen ausserdem über eine Notbremseinrichtungverfügen. Bremseinrichtungen bestehen in der Regel aus zwei Teilen- dem Bremskrafterzeuger und der mechanischen übertragungsanlage.Nach der Art der Bremskrafterzeugung lassen sich unterscheiden: durch Muskelkraft betätigte Bremsen (Handbremse), elektrische Bremsen (elektrodynamischeBremse, elektromechanische Bremse), hydraulische Bremse, pneumatischeBremse (Druckluftbremse). Nach der Bauart des mechanischen Teils lassensich die wichtigsten Formen unterscheiden: Klotzbremse, Scheibenbremse(als Zwangs- oder Kniehebelbremse), Trommelbremse, Federspeicherbremse.
Bremsleuchten
Am Wagenheck der Treibwagen und Beiwagen angebrachte Leuchten mit rotem Leuchtfeld. Teilweise aber auch gelbes Leuchtfeld vorhanden. Erste Anwendung bereits Ende der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunders. Zunächst nur eine mittig angeordnete Leuchte, seit Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zwei Bremsleuchten angewendet. Bremsleuchten sind oft mit dem Schlusslicht und zum Teil auch mit Fahrtrichtungsanzeiger kombiniert
Bremsschaltung
Sammelbegriff für alle zum Betrieb der elektrodynamischen Bremse entwickelten Schaltungstechniken. Charakterisiert durch unterschiedliche Schaltung der Widerstände und Fahrmotoren. Bei zweimotorigen Triebwagen ist entweder für jeden Motor ein besonderere Bremsstromkreis (Vorteil: bei einem defekten Motor behält der andere die volle Bremswirkung) vorhanden, oder es besteht Parallelschaltung mit Ausgleichsleistung bzw. Ausgleichswiderstand oder Kreuzschaltung. Bei Kreuzschaltung werden die Feldwicklung der Motore so geschaltet, daß der Ankerstrom des Motors 1 durch die Erregerwicklung des Motor 2 fließt und umgekehrt. Zusätzlich wird noch ein Ausgleichswiderstand zwischen Motor 1 und 2 vorgesehen. Bei viermotorigen Triebwagen wird entweder die Schaltung mit getrennten Bremsstromkreisen oder die Gruppen-Kreuzschaltung angewendet.
Bremsschuh
Bremsbauart, bei der ein auf die Schienenköpfe in Längsrichtung aufsetzender Bremsschuh die Verzögerung des Fahrzeugs bewirkt; meist als Zusatzbremse verwendet. Betätigung in der ursprünglichen Form (um 1895) mechanisch über Hebelwerk oder durch Dampfkraft (insbesondere bei Dampfstraßenbahnen); ab etwa 1905 als Magnetschienenbremse ausgeführt.
Bremsstromschienenbremse
Durch Bremsstrom gespeiste Magnetschienenbremse. Schaltung als Nebenschlußbremse.
Bügelstromabnehmer
Bügelstromabnehmer
1889 vom Ingenieur Reichel entwickelter Stromabnehmer für Oberleitungsbetrieb. Ab 1890 bei der Straßenbahn Berlin Groß-Lichtenfelde erprobt (Triebwagen Nr. 1). Vorteil gegenüber Stangenstromabnehmer: Entgleisungssicherheit, einfache Fahrleitungsbauart möglich, da Luftweichen und exakte Kurvenführung überflüssig werden. Bügelstromabnehmer und seine Weiterentwicklungen erfordern jedoch Zickzackaufhängung der Fahrleitung zur gleichmässigen Abnutzung des Schleifstückes. 1892 zum Lyrabügel weiterentwickelt, 1893 erstmals bei Straßenbahnen in Dresden und Hanover angewendet. Seltener verwendete Abarten: Rechteckbügel, Trapezbügel und Dreieckbügel.